Wappen der Ortsgemeinde Wallmenroth

Begräbnis-Unterstützungsverein Wallmenroth
57584 Wallmenroth/Sieg - Deutschland (Germany)

gegründet 1923

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Historische Entwicklung, Aufgaben und Ziele des Vereins:

Der Verein feierte im Februar 2013 sein 90-jähriges Bestehen!

Der Begräbnis-Unterstützungsverein Wallmenroth wurde am 18.02.1923 gegründet - in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, als das Ruhrgebiet in Folge des Versailler Vertrags durch fremde Truppen besetzt war und in ganz Deutschland sehr schlechte Lebensbedingungen herrschten. Insbesondere die sehr hohe Inflationsrate brachte eine große Zahl von Familien in finanzielle Not, so dass viele nicht einmal mehr das Geld für ein angemessenes Begräbnis ihrer Angehörigen aufbringen konnten.

In vielen deutschen Gemeinden wurden damals Bestattungsvereine gegründet, so auch in Wallmenroth. Ein Teil dieser damals gegründeten Vereine besteht bis heute fort.

Der Begräbnis-Unterstützungsverein Wallmenroth wurde gegründet "zum Zweck, bei Todesfällen den Mitgliedern den Sarg gemeinschaftlich zu beschaffen", so die Formulierung in der damaligen Gründungssatzung. Am 5. März 1923 wurde die erste Vereinssatzung von der damaligen Preußischen Polizeiverwaltung in Betzdorf genehmigt.

Mitglied konnte jede/r Wallmenrother Bürger/in werden, sofern der Beitritt zum Verein bis zum 01.03.1923 erklärt wurde. Später Zugezogene durften ebenfalls Mitglied werden. Die relativ kurze Frist für die Beitrittserklärung Alteingesessener hängt wiederum mit der damals sehr schnell fortschreitenden Geldentwertung (Hyperinflation) zusammen: Man konnte sich damals keine längere Bedenkzeit leisten, um die Anschubfinanzierung des Vereins zu sichern!

Leider liegen aus der Gründungszeit bis zur Nachkriegszeit heute nur noch wenige Dokumente vor. Eine Ausfertigung der Originalsatzung ist aber in den Vereinsunterlagen erhalten geblieben. Die restriktive Beobachtung und Gängelung von freien Vereinsaktivitäten während der NS-Zeit dürfte dazu beigetragen haben, dass die Vereins-Historie heute nicht vollständig ist.

Das Ehrenmal auf dem Wallmenrother Friedhof erinnert an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege!

Am 4. März 1966 wurden einige Satzungsregelungen angepasst. Unter anderem wurde festgelegt, dass jedes Jahr eine Mitgliederversammlung (sog. Generalversammlung) durchgeführt werden soll. Der Vorstand sollte fortan alle drei Jahre neu gewählt werden. Die Mindestzahl der Vereinsmitglieder sollte 20 betragen; würde diese unterschritten, sollte eine Auflösung des Vereins erfolgen. Bei Sterbefällen sollte ein Einheitssarg, der Leichentransport und die Arbeit des Totengräbers bezahlt werden.

Diese Mitte der 1960er-Jahre innovativ erscheinenden Satzungsregelungen wurden später noch mehrmals an die gesellschaftliche Entwicklung angepasst, so. z. B. in den "Statuten des Begräbnisvereins Wallmenroth vom 3. Februar 1987". In der Satzung von 1987 sind auch konkrete Regelungen aufgeführt, welche Geldleistungen an die Angehörigen verstorbener Vereinsmitglieder gezahlt werden! Inwieweit bereits in früheren Satzungen Geldleistungen der Höhe nach konkret genannt wurden, ließ sich bisher nicht durch ältere Dokumente belegen. Es ist aber davon auszugehen, dass solche Regelungen auch bereits in den 1970er-Jahren bestanden haben.

Die vorletzte große Neuregelung brachte die Neufassung der Vereinssatzung am 11. März 1996. Diese Satzung wurde 2007 wiederum durch eine Neufassung ersetzt, zu der in den Jahren 2008 und 2011 nochmals kleinere Anpassungen erfolgt sind.

Unser Verein hat sich über 9 Jahrzehnte bis heute behaupten können! Im Schnitt waren weit mehr als die Hälfte der Wallmenrother Einwohner auch Mitglied im Verein! Die seit Jahrzehnten bestehende Regelung, bei Sterbefällen Barleistungen an die Hinterbliebenen zu zahlen, hat sich gut bewährt. In 2014 erhalten die Hinterbliebenen eine Beihilfe von 550 EUR bei Verstorbenen, die älter als 16 Jahre geworden sind, bei jünger Verstorbenen wird die Hälfte gezahlt. Die hierfür notwendigen Finanzmittel standen bisher immer aus Mitgliedsbeiträgen zur Verfügung, so dass unser Verein nicht auf Spenden angewiesen war.

Heute setzt sich die Mitgliederschaft überwiegend aus älteren Bürgern zusammen, die seit vielen Jahrzehnten in Wallmenroth leben. Es gehören aber auch rund 100 Mitglieder dazu, die als Kinder in Wallmenroth aufgewachsen sind und längst außerhalb wohnen. Grundsätzlich können zwar nur Einwohner von Wallmenroth Mitglied werden, aber wer einmal Mitglied ist, kann seine Zugehörigkeit zum Verein auch nach dem Wegzug aufrecht erhalten. Bereits in den 1990er-Jahren wurde die Möglichkeit geschaffen, dass auch Einwohner bis zum 50. Lebensjahr noch dem Verein beitreten können. In diesem Falle wird aber eine besondere Aufnahmegebühr erhoben, die sich nach dem Lebensalter richtet. Zuvor war der Eintritt (gegen Aufnahmegebühr) nur bis zum 45. Lebensjahr möglich.

Unsere jährlichen Mitgliedsbeiträge wurden mehrmals den aktuellen Entwicklungen angepasst: Von 1984 bis 2001 waren es konstant 16 DM pro Person im Jahr. Im Jahr 2002 wurde dieser Beitrag 1:1 auf Euro umgestellt und betrug fortan pro Person 8 EUR. Wegen gestiegener Fallzahlen und einer fehlenden Langzeit-Finanzierbarkeit musste die erste Erhöhung leider bereits mit Wirkung vom 01.01.2003 auf 10 EUR erfolgen.

Seit 2007 wird der Beitragssatz jährlich anhand eines Berechnungsschemas festgelegt, welches sich an den Sterbefallleistungen orientiert, die für die drei vorangegangenen Jahre ausgezahlt worden sind. In den Jahren 2007 bis 2009 betrug der Beitragssatz 14 EUR, für die Jahre 2010 bis 2015 wurden jeweils 12 EUR festgelegt. Das seit 2007 angewendete Berechnungsschema ist eine Konsequenz aus dem sog. "demografischen Wandel". Gesamtgesellschaftliche Veränderungen bewirken, dass sich von Jahr zu Jahr immer weniger junge Menschen für eine Vereinsmitgliedschaft entscheiden, da familiäre Bindungen in der Heimat inzwischen eher hinter den allgemeinen Lebensinteressen zurücktreten. Die Zahl der Neueintritte liegt seit etlichen Jahren nahe bei Null - obwohl 2008 eine große Werbeaktion vom Verein durchgeführt worden ist.

Berufliche und sonstige Zwänge zum Wegzug aus der Heimatgemeinde werden leider auch zukünftig permanent sinkende Mitgliederzahlen bewirken! In der Folge kommt es zu weiteren Überalterungen - und damit zu Finanzierungsschwierigkeiten, wenn nicht gegengesteuert wird. Trotz der Umstellung der Beitragserhebung kann unser Verein heute nicht mehr garantieren, dass eine adäquate Leistungshöhe bei den Sterbefall-Beihilfen bei gleichzeitig moderaten Jahresbeiträgen auch in ferner Zeit noch möglich sein wird. Das derzeitige Vereinsvermögen sichert aber - vorausgesetzt es ergeben sich keine exorbitanten Änderungen in den jährlichen Sterbefallzahlen - zumindest einen Fortbestand für die nächsten 5 - 10 Jahre. Sinkende Mitgliederzahlen bedingen jedoch auch eine Verringerung des Leistungssatzes, der bei Sterbefällen gezahlt wird.

In der Satzung haben wir 2007 eine Regelung aufgenommen, die uns zu einer Grundsatzentscheidung über den Fortbestand des Vereins zwingt, wenn eine Mitgliederzahl von 400 Personen unterschritten wird.

Gepflegte Friedhofsanlage der Ortsgemeinde Wallmenroth

Neu angelegtes Urnengrabfeld auf dem Friedhof Wallmenroth

Der Verein hatte im April 2007 noch 603 Mitglieder, von denen 58 % bereits damals über 50 Jahre alt waren - eine ungünstige Altersstruktur. Statistisch gesehen steigt die Sterbefallhäufigkeit durch diese "umgekehrte" Alterspyramide exponentiell an. Bei jedem Sterbefall zahlt der Verein seine satzungsgemäße Leistung an die Hinterbliebenen oder sonstige Berechtigte des verstorbenen Mitglieds. Verschiedene Modelle wurden 2007 diskutiert, wie man die finanzielle Situation dauerhaft stabilisieren kann. Auch eine Fusion mit Begräbnisvereinen in benachbarten Gemeinden wurde erwogen. Ebenso wurde damals überlegt, ob der Verein überhaupt noch wirtschaftlich fortgeführt werden kann.

Für den 20.04.2007 wurde deshalb eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, die sich mit dieser Thematik befasst hat. Damals wurde mit der neuen Vereinssatzung ein Weg gefunden, die Vereinsfinanzen mittelfristig zu konsolidieren. Allerdings bleibt der Bestand des Vereins auch weiterhin davon abhängig, dass eine möglichst hohe Mitgliederzahl erhalten bleibt, sonst können eines Tages die laufenden Beitragseinnahmen nicht mehr zur Deckung der relativ hohen Sterbefall-Aufwendungen ausreichen.

Der Verein setzte 2007 und 2008 verstärkt auf Werbung - insbesondere durch unsere Mitglieder selbst im Freundes- und Bekanntenkreis! Leider blieb der Erfolg aus.

Inzwischen ist die Mitgliederzahl auf 483 Personen (Stand 01.01.2015) gesunken. Davon sind 4 Personen noch nicht beitragspflichtig. Das Durchschnittsalter liegt derzeit bei 61,2 Jahren.

Das Beitrags- und Leistungsschema hat sich aber bewährt und der Verein kann derzeit noch auf einen gesunden Finanzvermögensbestand zurück greifen.

Gründungsmitglieder von 1923:
Damals haben 6 Personen die Gründungsurkunde unterschrieben. Nach dem (damals schon geltenden) BGB mussten mindestens 7 Personen für eine Vereinsgründung anwesend sein.
Vermutlich handelt es sich bei den 6 Unterzeichnern um den ersten Vereinsvorstand, der laut Satzung aus 6 Mitgliedern bestand.
Ferdinand Stinner, Paul Hüsch, Fritz Weber, Heinrich Diehl, Gustav Huhn, Fritz Achenbach
Versammlungs-Datum
Vorsitzender
Schriftführer
Kassierer
21.02.1970
Alfons Pfeifer
Emil Frank
Wilhelm Schwenk
28.02.1983
Alfons Pfeifer
Kurt Pfeifer
Herbert Kölzer
18.01.1995
Rudolf Theis
nicht besetzt
Christoph Woywode (kommissarisch seit 1984)
14.04.1999
Rudolf Theis
Günter Langenbach
Christoph Woywode
02.03.2007
Rudolf Theis
Günter Langenbach
Wolfgang Dingeldein
01.03.2011
Rudolf Theis
Günter Langenbach
Wolfgang Dingeldein
12.03.2014
Rudolf Theis
Günter Langenbach
Wolfgang Dingeldein
Nächste Vorstands-Neuwahl erfolgt 2017

Bis zum Jahr 2005 wurden die jährlichen Beiträge (bis Ende der 1980er-Jahre vierteljährlich) durch Haussammlungen eines ehrenamtlichen Vereinsmitglieds (Gemeindebotin) in bar eingezogen. Seit 2004 erfolgte stufenweise der Umstieg auf einen Einzug der Jahresbeiträge per Lastschrift. Dies ist für die Vereinsmitglieder und auch den Verein mit wenig Aufwand verbunden. Nur ein kleiner Teil unserer Vereinsmitglieder zahlt seitdem noch auf Rechnung.

Nachteilig ist beim heutigen Beitragsverfahren allerdings, dass der frühere regelmäßige persönliche Kontakt zu unseren Vereinsmitgliedern nicht mehr gegeben ist. Veränderungen in den Familien werden oft erst verspätet bekannt und auch die Neuwerbung von Mitgliedern wird uns erschwert. Eine Haussammlung wie früher wäre aber heute kaum noch personell für den Verein darstellbar.

© 2007-2016 - Wolfgang Dingeldein (Kassierer) - Begräbnis-Unterstützungsverein Wallmenroth
Letzte Änderung dieser Seite am 04.01.2016

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